Praxis an Mittelschulen


Die 8. Klasse war im Rahmen der „Praxis an Mittelschulen“ in der Schreinerei Oexl um für die Grund- und Mittelschule Garderoben anzufertigen.Bevor die 14 Mädchen und Jungen an der Garderobe arbeiten konnten, wurde das Werkstück vom Schreinermeister Sebastian Oexl vorbereitet. Er richtete das Holz her, bekantete und schliff es und fräste für die Rückwand Nuten ein. Dann ging es für die Jugendlichen los. Sie hatten an zwei Schultagen von 8 Uhr bis 11.20 Uhr Zeit, um an den Garderoben zu arbeiten. Angeleitet wurden sie von Schreinermeister Sebastian Oexl und Schreinermeister Ferdinand Buchholz. Oexl erklärt den Ablauf der Praxistage: „Am ersten Tag kamen die Schülerinnen und Schüler zu uns in die Werkstatt. Als erstes zeigten wir ihnen die Werkstatt. Dann lernten die Kinder den Plan der Garderobe kennen. Dieser war noch ohne Maßangaben. Als erstes mussten die 8. Klässler die Seiten richtig einteilen und die Maße berechnen. Danach wurden die Garderobenseiten am Werkstück angezeichnet. Dann durften die Schüler ihr handwerk-liches Geschick unter Beweis stellen. Löcher wurden gebohrt und Verbindungen gefräst. Auch die Verschraubungen für die Kleiderhaken wurden noch vorbereitet. So weit war man am ersten Tag gekommen.“

Danach ging es wieder für die Schreiner weiter. Sie bearbeiteten die Garderobe nach und lackierten das Holz. In der Schule wurde die alte Garderobe abmontiert und die Unterkonstruktion für die neuen Möbelstücke montiert. Am zweiten Praxistag arbeiteten die Schüler-innen und Schüler weiter an der farbenfrohen Garderobe. Sie mussten die Teile sortieren und zusammensuchen, dann ging es an die Endmontage und das Verschrauben der einzelnen Teile und der Regalböden. Am Schluss wurden die Garderobenhaken angebracht. Oexl wies die Kinder darauf hin, wie wichtig es ist, sauber zu arbeiten und beim Bohren darauf zu achten, dass die Löcher gerade werden, denn nur so lassen sich die Schrauben gerade eindrehen. Die Handhabung der verschiedenen Geräte stellte die Schüler vor einige Herausforderungen, die sie aber souverän meisterten. Beim Fräsen sicherten die Schreinermeister die Arbeiten ab. Immer 7 Kinder arbeiten zusammen. Norbert Raith, der Klassleiter der 8. Klasse zeigte sich mit dem Verlauf der Praxistage sehr zufrieden. „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten toll mit. Ihnen wurde viel zugetraut. Sie durften sogar fräsen. Dabei wurden sie fachmännisch angeleitet und von den Schreinermeistern gesichert. Das Arbeiten an Maschinen, mit denen man sonst nicht in Berührung kommen würde, ist mit Sicherheit für viele Kinder eine tolle Erfahrung.“

Schade findet Raith, dass die Praxistage nur in der 8. Klasse stattfinden. In der 7. und 9. Klasse sei dafür keine Zeit. Heuer arbeitete man zum ersten Mal mit der Schreinerei Oexl zusammen. Raith freute es sehr, dass durch die Praxis an Mittelschulen zwei Schüler Gefallen an holzverarbeitenden Berufen gefunden haben und ihr nächstes Praktikum in einer Schreinerei absolvieren möchten. Durch die Praxistage lernen die 8. Klässler Berufe kennen, mit denen sie sonst nicht unbedingt in Berührung kommen würden. Am Ende des zweiten Tages waren die Teenager mit den beiden Werkstücken fertig.

Nun ging es gemeinsam zur Schule, um dort die Garderoben zu montieren.„Ist ein Möbelstück fertig, so wird es dem Kunden präsentiert. Ihr könnt nun eurer Rektorin Frau Plankl euere fertige Arbeit zeigen,“ so Oexl nach der Endmontage. Sebastian Oexl und Ferdinand Buchholz waren voll des Lobes für die fleißigen jungen Handwerker. Jeder hatte seine Arbeit super gemacht. Alle waren mit Feuereifer und Interesse dabei. Es hatte den Schreinern viel Spaß bereitet, mit den jungen Leuten zu arbeiten. Elisabeth Plankl freute sich nicht nur über die lobenden Worte der Hand-werker, sie war sehr beeindruckt von der wunderschönen, neuen Garderobe und war erstaunt, dass schon alles fertig war. Augenzwinkernd erklärte sie den Teenagern: „Es gibt eine bekannte Redewendung, die besagt: „Nur ein Schreiner kann eine Frau glücklich machen.“ Das liegt mit Sicherheit daran, weil die Schreiner so wunderbare Möbel fertigen. Das beeindrucke natürlich jede Frau.“

Auch den Schülerinnen und Schülern hatte es viel Spaß bereitet an zwei Tagen in der Werkstatt zu arbeiten und die Garderoben herzustellen. Ein Highlight war für die Kinder der Kuchen, den sie zur Pause bekamen. Frau Oexl hatte für die hungrigen Handwerker gebacken.
Das Projekt wurde zur größten Zufriedenheit aller abgeschlossen. Die Schule bekam eine schöne farbenfrohe Garderobe. Die Schülerinnen und Schüler erhielten neue Erfahrungen im Umgang mit Holz und dem Bedienen von Maschinen. Die Schreinermeister freuen sich darüber, dass sie jungen Menschen die Freude am Handwerk vermitteln konnten.

Elisabeth Plankl bedankte sich bei den Schreinermeistern für das Durchführen der Praxistage und die gute Zusammenarbeit.                                                   (Daniela Palm)