Nasenflöten im Musikunterricht

 

Eine Doppelstunde lang nahm sich Franziskanerpater Johannes Zeit, um mit den Musikschülern der Klassen 7 und M7 bewusstes Atmen und Körperwahrnehmung zu trainieren. Er begann mit einem einfachen Spiel: die an einer Schnur befestigte Kugel mit einer Hand in das verbundene Gefäß befördern. Das Spiel erfordert Konzentration und innere Ruhe. Jeder, der wollte, hatte zehn Versuche. Die Trefferquote wurde gezählt, aber nicht bewertet. Die Schüler lernten, sich nicht durch Kommentare oder unbewusste Körperreaktionen wie Lachen oder Abwinken zu beeinflussen und so ein Gelingen unmöglich zu machen. Das erste Lied auf der Nasenflöte sorgte dann für viel Heiterkeit, zum Spielen des kleinen Instruments darf man aber nicht lachen, um die nötige Atemspannung aufzubringen. Durch den Mund wird eingeatmet und durch die Nase ein steter Luftstrom über die Nasenflöte in den Mundraum zurück erzeugt. Über die Weitung des Rachenraums kann man verschiedene Tonhöhen erzeugen. Anfangs hörten sich die ersten zaghaften Mitspielversuche recht schräg an, aber mit etwas Übung der Atemtechnik erzielten die Kinder bald vorzeigbare Klangergebnisse. Natürlich sind auch Pfiffe und Tierlaute mit der Nasenflöte möglich, was die Schüler begeisterte. Auch im künftigen Musikunterricht wird das aus Hygienegründen private Instrument weiter eingesetzt. Zwischendurch erzählte Pater Johannes von seinen Erfahrungen in der Krankenhaus-Seelsorge und der Jugendarbeit. Anhand eines Jojos veranschaulichte er, dass es im Leben immer wieder auf und ab geht, jeder immer wieder Schwung holen muss und dass nicht immer alles gleich gelingt. Denn das Spielzeug, das für viele Erwachsene selbstverständlich zur Jugendzeit gehörte, ist heute bei vielen Jugendlichen unbekannt und muss erst wieder neu erlernt werden. „Bleibt neugierig und spielt auch als Erwachsene immer wieder, probiert Neues aus!“, gab der Franziskaner den jungen Leuten mit auf den Weg. Und fordert eueren Körper, „den alten Esel“ mit neuen Bewegungen, damit er gesund bleibt. So gingen zwei Schulstunden mit ganzheitlichem Ansatz kurzweilig zu Ende. Das Lied der Nasenflöte bleibt!

(Alexander Pöppl)