"Sommer.Erlebnis.Bauernhof"


Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt, so sangen die Kinder früher. Heute heißt es: den Traktor einspannt. Dazu zeigten die Buben und Mädchen der 4. Klassen der GS Dietfurt, was alles an Arbeit auf dem Bauernhof, Äckern, Wiesen und Wald anfällt. Sie eröffneten das Projekt „Sommer.Erlebnis.Bauernhof“, dessen Ziel es ist, einen Bauernhof mit allen Sinnen zu erleben. Rektorin Elisabeth Plankl begrüßte Kinder, Lehrkräfte und verschiedene Gäste, die das Projekt durchführen. Landrat Willibald Gailler erfuhr per Handzeichen, dass doch einige Kinder auf einem Hof aufwachsen. Sie leben mit der Natur, kennen Äcker und Tiere und sehen, wie Lebensmittel erzeugt werden. Auch die anderen Kinder werden durch das Projekt erfahren, wie es auf einem Hof zugeht. Er appellierte daran, mit den Lebensmitteln richtig umzugehen und keine wegzuwerfen. Schulamtsdirektor Franz Hübl bedankte sich beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für die Möglichkeiten, dass Kinder vor Ort auf Bauernhöfen Arbeit und Lebensmittelproduktion erleben können. Keinen besseren Ort als die Schule Dietfurt konnte sich Bürgermeisterin Carolin Braun vorstellen für die Projekteröffnung, gibt es hier doch einen Hühnerhof. Wichtig für sie ist das Berufsbild „Landwirt“ kennen zu lernen und zu wissen, woher Getreide und Milch kommen. Harald Gebhardt, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) im Landkreis Neumarkt, erfuhr von den Kindern, dass viele heute schon Brot oder Müsli gegessen hatten. Daran sehe man, wie wichtig die Bauern für die Erzeugung von Nahrungsmittel sind. Kreisbäuerin Sieglinde Hollweck ließ die Kinder raten, wie viel Wasser eine Kuh am Tag trinkt. 100 Liter war die richtige Antwort. Der alte Song „Old McDonald had a farm“ beendete die Auftaktveranstaltung. An drei Lernstationen zum Thema „Vom Korn zum Brot“ konnten die Kinder ihr Wissen einbringen oder Neues erfahren. Simone Schauer (AELF) hatte ein Quadrat Ackerfläche mit Weizen dabei. Es liefert 700 Gramm Körner. Daraus entstehen 10 Brezen oder zwei große Wiesen-brezen, 750 Gramm Brot oder zehn Semmeln. Alle möglichen Getreidesorten konnten die Kinder an der zweiten Station mit Erlebnisbäuerin Beate Eichenseer bestimmen. Auch die Teile einer Getreidepflanze erläuterte die Fachfrau und ging speziell auf die Ähre ein, die an die 50 Körner enthält. Ihr eigenes Müsli konnten die Buben und Mädchen an der dritten Station herstellen, unterstützt von Sabine Pfeiffer, Projektbetreuerin AELF. Mit einer Quetsche zerdrückten die Kinder Haferkörner zu Haferflocken und gaben weitere Samen sowie Rosinen und Milch dazu. Sie verrührten alles und konnten dann ihr Müsli essen. Für die Gäste hatte die 6. Klasse Brötchen mit Frischkäse und Gemüse streifen hergerichtet, dazu kühle Getränke, was gerne angenommen wurde. Als nächstes besuchen die dritten und vierten Klassen der GS Dietfurt Bauernhöfe, die entsprechende Qualifizierungen zur Durchführung der Lernprogramme erworben haben. Das letzte Modul ist ein Kochprogramm. Die Kinder werden Korn mahlen, Brot und Baguette backen und mit selbstgemachten Aufstrichen und Kräutern aus dem Schulgarten verzehren.                                                                                                                                                              (Johann Grad)